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Über Pattensen 

Pattensen - ein Ortsteil der Stadt Winsen (Luhe) - liegt im Landkreis Harburg

etwa 30 km südöstlich von Hamburg. Die Stadt Lüneburg ist ca. 20 km entfernt. Zu erreichen ist Pattensen über die A 7 (Abfahrt Thieshope) und über die A 39 (Abfahrt Winsen-West) -  Anfahrt.

Der Ort gehört zu den ältesten Orten der Region. 31 Grabhügel aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit weisen auf eine frühe Besiedlung der Gemarkung hin. Die St. Gertrud-Kirche des Ortes wurde 1629 in der heute bestehenden Bauweise neu errichtet. Der Vorgängerbau war zusammen mit fast allen anderen Gebäuden des Dorfes 1627 (im Dreißigjährigen Krieg) von dänischen Truppen zerstört worden. Die Anfänge der Kirchengemeinde reichen jedoch bis ins 9. Jahrhundert zurück. Die erste Nennung des Ortes als Pathihusen wird in das Jahr 867 gesetzt. Urkundlich ist Pattensen erstmals 1197 als Pattenhusen in der Gründungsurkunde des Klosters Buxtehude (Altkloster) nachgewiesen. Bis 1866 war Pattensen Sitz einer Amtsvogtei (Bezirksverwaltung für die umliegenden Dörfer). Von ehemals 32 landwirtschaftlichen Voll- und 5 Nebenerwerbshöfen (1830) leben heute noch 10 Bauernfamilien ausschließlich von dem Ertrag ihres Hofes.  

 

St. Gertrud Kirche in Pattensen mit Glockenturm

Neben der Kirche, der Grundschule und dem Kindergarten prägen viele mittelständische Unternehmen und Betriebe den Charakter des Ortes. Die dörfliche Gemeinschaft wird von zahlreichen Vereinen

und Verbänden getragen.

 

 

 

Die geschichtliche Entwicklung Pattensens

Zusammengestellt von Peter Dederke

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Die geschichtliche Entwicklung in Stichworten:

2500 – 1800 v.Chr.
Endneolithikum/Jungsteinzeit - erste Besiedlungen im Bereich des Dorfes. Grabhügel an der Ostseite des Hirtenbrinks weisen darauf hin.

1430 – 1150 v.Chr.
Bronzezeit - jüngere Grabhügel am Hirtenbrink angelegt.

Um 867
Pattensen wird als Pathihusen erstmals in einem Verzeichnis des
Klosters Corvey bei Höxter genannt (Verdacht der Urkundenfälschung aus dem 12. Jahrhundert). Das erste Gebäude der
St. Gertrud-Kirche in Pattensen, wohl ein Holzbau, ist vermutlich im 9. Jahrhundert  entstanden.

1196
Erster sicherer Nachweis Pattensens als Pattenhusen in der Urkunde des
Bischofs Rudolf von Verden über die Gründung des Benediktiner-Klosters im alten Buxtehude (Altkloster).

1233
Die bisherige Pattensener Filialkirche in der Stadt Winsen (Luhe) erhält ihre Selbständigkeit durch Abtrennung von der Kirche in Pattensen.

Um 1300
Einrichtung der Vogtei Pattensen als Verwaltungssitz innerhalb der Landesverwaltung des Fürstentums Lüneburg. Die Vogtei soll aus einem Goh, der sächsischen Hundertschaft, hervorgegangen sein.

1450
Pattensen hat 2 Vollhöfe, 4 Halbhöfe und 10 Koten, die im Eigentum der
Lüneburger Herzöge stehen. Daneben bestehen etwa 6 weitere Hofstellen des Klosters St. Michaelis in Lüneburg, des Klosters Scharnebeck und der Kirche Pattensen.

1528
Einführung der evangelischen Kirchenlehre in Pattensen nach der Kirchenreform durch Herzog Erst von Braunschweig-Lüneburg.

1568
Erster nachgewiesener Landgerichtstag auf dem Vogteihof in Pattensen. Dieser befand sich damals auf dem Gelände neben der Kirche, dem ehemaligen Schulgrundstück und dem heutigen Dorfplatz. Richtstätte war der Galgenberg.  Die heutige Bezeichnung lautet: Garlsberg. Der Garlsberg liegt an der Straße nach Luhdorf hinter dem Bahnübergang auf der rechten Seite.

Um 1600
Es entsteht ein Botendienst auf dem „Alten Postweg“ zwischen der Salzstadt Lüneburg und Harburg. Bis 1790 führte der Postweg an Pattensen vorbei. Die Wegeführung verlief damals von Bahlburg zur Brücke bei Holtorfsloh -„Fischdieksbrück“- zwischen Pattensen und Scharmbeck durch die Feldmark. Nach Einrichtung einer Poststation in der Pattensener Amtsvogtei im Jahr 1790 führte die Poststraße über die heutige Schulstraße und den Alten Postweg durch Pattensen hindurch. Pferdewechsel war beim Gasthaus „Post-Maack“. Am 1.7.1843 wurde die Postroute über Pattensen wieder aufgehoben.

1621/1643
Zwischen 1621 und 1643 Einrichtung einer „Küsterschule“ durch die Kirche.

1627
Am 21.6.1627 legen dänische Truppen, die raubend, plündernd und brennend ihrer Heimat entgegen ziehen, neben den Nachbardörfern auch Pattensen in Schutt und Asche. Neben der Kirche, dem Pfarrhaus und der Amtsvogtei verbrennen die Gebäude von 11 Vollhöfen, 4 Halbhöfen und 14 Koten. Lediglich ein Halbhof und eine Kote bleiben erhalten.

1628/29
Neubau der Kirche in der heute noch bestehenden Form.

1633
Neubau des Glockenturms neben der Kirche. 1634 und 1647 Einbau von zwei Glocken.

1681
In Pattensen bestehen neben der Amtsvogtei, der Kirche und dem Pfarrhaus
11 Vollhöfe, 5 Halbhöfe, 11 Koten und 6 Brinksitzerstellen.

1738-1925
Superintendentur der Kirche in Pattensen (zeitweise Verwaltung in Bardowick, Winsen und Salzhausen).

1753
Errichtung eines neuen Küster- und Schulhauses.

1794/95
Neubau des Pfarrhauses; 1960/61 durch einen weiteren Neubau ersetzt.

1802-1840
Agrarreform. Aufhebung des Gemeinbesitzes (Gemeinheitsteilungen), Neuverteilung der Felder (Verkopplungen) und Ablösung der grundherrlichen Lasten (Bauernbefreiung). Auch die Pattensener Bauern werden in dieser Zeit Herren ihrer Höfe.

1810-1814
Pattensen gehört zum Königreich Frankreich. Von 1803 bis 1813 leidet das Lüneburger Land unter verschiedenen französischen und preußischen Besetzungen.

1830
Bildung der
Realgemeinde Pattensen im Zusammenhang mit der Agrarreform.

1842
Einweihung des Friedhofes an der Straße nach Bahlburg. Bis dahin erfolgten die Bestattungen um die Kirche herum.

1849
Um die Kirche herum werden 30 Linden gepflanzt.

1852-1859
Aus der Vogtei Pattensen wird das Amt Pattensen.

1858
Einführung von Hausnummern.

1859
Das Amt Pattensen wird aufgehoben und der Bezirk des Amtes dem Amt Winsen zugeschlagen. Bis 1867 bleibt in Pattensen eine Amtsvogtei als Außenstelle des Amtes Winsen.

1864
In Pattensen bestehen:
1 Amtsvogteihof,
1 Pastorenhof,
16 Vollhöfe; ein Höfner betätigt sich auch als Krüger/ Gastwirt,
16 Halbhöfe; darunter: 1 Krüger, 2 Schmiede, 1 Holzhändler, 1 Radmacher,
5 Brinksitzerfamilien; darunter 1 Krüger und Branntweinbrenner,
1 Anbauerfamilie; auch Krüger und Höker,
20 Abbauerfamilien; Nebenerwerb: 2 Höker, 1 Grützmacher, 1 Bäcker, 2 Zimmermänner, 2 Maurer, 1 Böttcher, 1 Holzhändler, 1 Tischler, 1 Schuster,
40 Häuslingsfamilien; Nebenerwerb: 2 Schneider, 1 Hausschlachter, 2 Tischler, 1 Musikus.
Weitere Berufe der Häuslinge: Küster/Lehrer/Organist, Hilfslehrer, Steuereinnehmer, Schreiber, Topfhändler, Hebamme, Kuhhirte, Holzsäger. 4 Häuslerinnen führen als Witwen ihren Haushalt allein.

1870
Neubau eines Küster- und Schulhauses, auch Groot School genannt. Heute befinden sich hierin das Gemeindehaus der Kirche und die 2. Pfarrstelle.

1878
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Pattensen.

1880
Errichtung einer Bockwindmühle an der Straße nach Luhdorf. Sie wurde 1911 wieder abgebrochen.

1880
Am 12.9.1880 werden durch einen Großbrand 11 Wohnhäuser und 20 Nebengebäude vernichtet. Danach entstehen Neubauten großer Bauernhäuser ohne Strohdächer.

1883
Gründung einer Molkereigenossenschaft.

1885
Neubau eines 2. Schulgebäudes, auch Lütt School genannt. Heute: Pattenser Dorfstraße 4.

1885
Erste Telefonanschlüsse in Pattensen.

1888
Gründung des Kriegervereins Pattensen; ab 1889 Kriegerverein Pattensen und Umgebung.

1888
Aus der Posthilfsstelle der ehemaligen Amtsvogtei wird eine Postagentur (Schließung Ende 2004).

1896
Gründung eines Darlehnsvereins; ab 1918 Spar- und Darlehnsverein, 1936 Spar- und Darlehnskasse eGmbH, 1968 Verschmelzung mit der Spar- und Darlehnskasse Wulfsen zur Volksbank Wulfsen eG.

1902
Eine Kaisereiche wird gepflanzt. Sie steht auch heute noch an der Einmündung Blumenstraße/Pattenser Dorfstraße.

1906
Betriebsaufnahme der OHE-Kleinbahn Egestorf – Winsen; Pattensen erhält einen Bahnanschluss.

1906
Der Glockenturm neben der Kirche erhält eine Turmuhr.

1909
Gründung des Männer-Turnverein Pattensen.

Um 1910
In Pattensen bestehen acht Gastwirtschaften.

1910/1911
Das Bahnhofsbetriebsgebäude wird gebaut; heute: Bahlburger Str. 10.
Vorher bestand das Bahnhofsgebäude aus einer Holzbaracke.

1911
Neubau einer Dieselmotor-Mühle; heute: Pattenser Hauptstr. 4. In Pattensen erhalten die ersten Häuser Strom von dieser Mühle.

1912
Die Bahnhofstraße erhält als erste Straße Straßenlaternen.

1913
Errichtung des Naturdenkmals „Drei Buchen“ (Pflanzung von drei Buchen).

1913
Errichtung eines Denkmals am Dorfteich bei Lichtwarck/Oertzen zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813.

1914
Errichtung der Friedhofskapelle.

1918
Staatlich verordnete Trennung der Schule von der Kirche. In Pattensen erfolgt die tatsächliche Trennung erst zum 1.4.1926.

1929
Gründung einer NSDAP-Ortsgruppe.

1931
Bei den „Drei Buchen“ wird ein 22 m hoher eiserner Mast für den Signal-
dienst der Luftschifffahrt errichtet.

1932
Die Gemeinde Pattensen erwirbt das ehemalige Amtsvogteigrundstück von dem Kaufmann Dannenberg. Von 1871 bis 1918 wurde auf diesem Gelände eine Gänsemastanstalt betrieben.

1935
Abbruch des alten Amtsvogteigebäudes und Wiederaufbau im Sachsenhain in Dauelsen bei Verden.

1937
Pattensen erhält sein Wappen.

1939-1945
Der zweite Weltkrieg beeinflusst auch das Leben im Dorf. Das Vereinsleben ruht. Von April bis November 1945 wird Pattensen durch englisches Militär besetzt. Während des Krieges und noch bis 1949 kommen viele Flüchtlinge aus Hamburg und den Deutschen Ostgebieten nach Pattensen (1949: 1409 Einwohner, davon 772 Einheimische und 637 Flüchtlinge). In den Nachkriegsjahren wird mit viel Engagement das Vereins- und Dorfleben wieder aufgebaut.

1950/51
Neubau des Sportplatzes am Fuhrenkamp.

1950
Neugründung des ehemaligen Kriegervereins von 1888 als Schützenverein Pattensen und Umgegend von 1888 e.V.

1951
Der Kram- und Viehmarkt entsteht neu. Nachfolger ist der heutige
Herbstmarkt. Ein Viehmarkt in Pattensen wurde bereits in Urkunden des 17. Jahrhunderts genannt.

1956
Einweihung des Volksschulgebäudes neben der Kirche.

1956/57
Errichtung eines Schießstandes durch den Schützenverein beim Gasthaus Post-Maack.

1958
Einrichtung einer 2. Pfarrstelle in der Pattensener Kirchengemeinde.

1963
Einweihung des Ehrenmals für die Kriegsgefallenen auf dem Friedhof (Verlegung der Denkmalanlage vom Dorfteich).

1964
Gründung des DRK-Ortsverbandes Pattensen; ab 1979 Pattensen/Bahlburg.

1965
Neubau des Feuerwehrgerätehauses.

1965
Anschluss Pattensens an den Wasserverband Hittfeld.

1968
Aus der bisherigen Volksschule wird eine Grundschule.

1969
Pattensen erhält Straßennamen.

1972
Im Zuge die Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen wird die Gemeinde Pattensen aufgelöst und der Stadt Winsen als Ortsteil zugeordnet. Pattensen erhält einen Ortsvorsteher.

1973
Gründung des Pattensener Faslamsklub e.V.

1973-1975
Neubau des Schützenhauses am Fuhrenkamp mit 10 KK-, 10 Luftgewehr-
sowie Pistolenständen durch die Mitglieder des
Schützenvereins.


1974
Einstellung der Personenbeförderung auf der OHE-Schienenstrecke Winsen – Hützel.

1975
Einrichtung eines Kinderspielkreises.

1976-1979
Neubau der Sporthalle am Fuhrenkamp durch die Mitglieder des MTV Pattensen.

1983-1989
Neubau eines zweiten Sportplatzes und Anlage von drei Tennisplätzen durch den MTV Pattensen.

1986
Einweihung des Gemeindehauses der Kirchengemeinde in dem ehemaligen Küster- und Schulhaus (Groot School/2. Pfarrhaus).

1989
Neubau eines Kindergartens an der Grundschule.

1998-2004
Errichtung von fünf Windrädern in der westlichen Gemarkung Pattensens.

2000
Errichtung eines Glockenturms und Einbau einer Glocke auf dem Friedhof.

2002
Inbetriebnahme der neuen
Grundschule mit Sporthalle an der Straße
Rehkamp zum Schuljahresbeginn 2002/2003.

2004
Umwidmung der ehemaligen Grundschule zu einem Behinderten-Kindergarten, Erweiterung des vorhandenen
Kindergartens sowie Einrichtung des Ortsvorsteher-Büros.


Bevölkerungsentwicklung:

1450           ca.  100 Einwohner
1620           ca.  150 Einwohner
1805                  401 Einwohner
1871                  568 Einwohner
1885                  638 Einwohner
1905                  678 Einwohner
1919                  752 Einwohner
1936                  778 Einwohner
1939                  806 Einwohner
1945                1281 Einwohner
1948                1417 Einwohner
1952                1281 Einwohner
1958                1112 Einwohner
1972                1266 Einwohner
1976                1396 Einwohner
1994                1518 Einwohner
2000                1735 Einwohner
2003                1728 Einwohner
2004                1801 Einwohner
30.06.2007       1896 Einwohner
01.01.2008       1909 Einwohner
01.01.2009       1890 Einwohner
01.01.2010       1907 Einwohner
01.01.2011       1917 Einwohner
01.01.2012       1910 Einwohner
01.01.2013       1913 Einwohner
 

30.06.2014       1917 Einwohner